WM Teilnehmercheck Europa – Geheimfavoriten

Europa stellt mit insgesamt 13 Nationen das größte Kontingent aller Kontinente bei der Weltmeisterschaft in Brasilien. In der Qualifikation traten die 53 Verbände der UEFA in acht Sechsergruppen sowie einer Fünfergruppe gegeneinander an. Die Gruppensieger lösten direkt das Ticket für die Weltmeisterschaft, während die acht besten Zweitplatzierten im Playoff gegeneinander antreten mussten und sich so die letzten vier Plätze der Endrunde 2014 ausspielten. Zu den europäischen Geheimfavoriten zählen Belgien, Portugal, Frankreich, England und die Schweiz.

Belgien

„Belgien verfügt derzeit über ihre goldene Generation“. Das ist der Tenor der Experten, wenn es um das Team der Roten Teufel geht. Dass dies nicht nur leeres Gerede ist, bewies die junge Mannschaft in der Qualifikationsgruppe A, in der man sich mit acht Siegen aus zehn Partien und ohne Niederlage souverän durchsetzen konnte. Gegner wie Kroatien, Serbien oder Schottland mussten zusehen wie die Belgier einen Triumph nach dem anderen einfuhren. Bei der Weltmeisterschaft ist das Erreichen des Achtelfinales in einer Gruppe mit Russland, Algerien sowie Südkorea quasi vorprogrammiert. Die Mannschaft verfügt jedenfalls über genügend Qualität um bei der WM für Furore zu sorgen. In einem ausgeglichenen Team mit vielen namhaften Spielern werden junge Talente wie Edin Hazard, Ramalu Lukaku oder Kevin de Brunye von arrivierten Stars wie Vincent Kompany, Thomas Vermaelen, Axel Witsel, Marouane Fellaini und Daniel van Buyten unterstützt.

Portugal

Die Portugiesen taten sich in der Qualifikation unerwartet schwer und mussten sich in ihrer Gruppe hinter Russland mit Platz 2 zufrieden geben. Dies bedeutete das Playoff, wo man auf Schweden traf und es zum Showdown der beiden Superstars Cristiano Ronaldo und Zlatan Ibrahimovic kam. Mit einem 4:2-Gesamtscore sicherten sich die Portugiesen letztlich das Ticket für die WM. Bezeichnend war, dass alle sechs Tore durch die beiden Superstars Ronaldo bzw. Ibrahimovic erzielt wurden. Von Losglück bei der Weltmeisterschaft wagen die Iberer jedoch nicht zu sprechen. Die Portugiesen müssen in der der Gruppe G gegen einen der Topfavoriten – Deutschland – sowie Ghana und die USA antreten. Rein vom Papier, sollten die europäischen Teams im Pool die Oberhand behalten, aber wie man weiß, haben WM-Endrunden ihre eigenen Gesetze. Unumstrittener Star des Teams ist der frischgebackene Weltfußballer Cristiano Ronaldo. Doch auch andere namhafte Spieler wie etwa Pepe, Joao Moutinho oder Raul Mereiles schmücken den Kader der Iberer.

Frankreich

Die Les Bleus bekamen es in ihrer WM-Qualifikationsgruppe ausgerechnet mit Weltmeister Spanien zu tun. Trotz respektabler Leistungen mussten sich die Franzosen letzten Endes mit Platz Zwei hinter den Iberern zufrieden geben, was den Gang in die Relegation zu Folge hatte. Nach einer 0:2-Niederlage im Hinspiel gegen die Ukraine stand das Team von Trainer Laurent Blanc vor dem Aus. Es benötigte einen gewaltigen Kraftakt im Rückspiel um doch noch das Ticket für Brasilien zu lösen, was durch einen erlösenden 3:0-Erfolg im Heimspiel schlussendlich doch noch gelang. Bei der WM 2014 spielen die Franzosen in einer Gruppe mit der Schweiz, Honduras sowie Ecuador. Die Grand Nation sollte sich diesmal keine Blöße geben und die Gruppenphase locker überstehen. Um und Auf im Mittelfeld der Les Bleus ist Bayern-Ass Franck Ribery, der bei der Wahl zum Fußballer des Jahres auf den dritten Platz gewählt wurde. Ihm zur Seite stehen internationale Stars wie Torwart Hugo Lloris oder die torgefährlichen Stürmer Karim Benzema oder Olivier Giroux.

England

England konnte sich als Erstplatzierter der Qualifikationsgruppe H direkt für die WM 2014 in Brasilien qualifizieren. Die Entscheidung über den Gruppensieg fiel am letzten Spieltag, als die Briten einen 2:0-Heimerfolg gegen Polen einfahren konnten. Die Toffees haben sich zum siebenten Mal von den letzten acht Möglichkeiten für die WM qualifiziert. Insgesamt ist es die 13 Teilnahme der Engländer bei einer Weltmeisterschafts-Endrunde. Bei der WM in Südafrika 2010 trafen die Briten im Achtelfinale auf Deutschland und mussten sich im immer jungen Duell mit 1:4 geschlagen geben. Geht es nach den englischen Fans soll die Trophäe zum ersten Mal seit 1966 ins Mutterland des Fußballs zurückkehren. Die Realität sieht allerdings anders aus. Zwar verfügen die Engländer immer noch über einen Top-Kader, dass ihnen der große Wurf gelingt, darf allerdings bezweifelt werden, wenngleich Außenseiterchancen durchaus vorhanden sind. Viele Spieler der als „goldene Generation“ bezeichneten Ära, werden sich auch diesmal im Kader der Briten wiederfinden, wie zum Beispiel Frank Lampart, Steven Gerrard oder Wayne Rooney. Ergänzt werden diese von zahlreichen jungen Spielern. Zu den größten Talenten den Three Lions gehören Daniel Sturridge und Jack Wilshire, die derzeit bei Liverpool bzw. Arsenal für Furore sorgen. Auf der Torwartposition wurde Joe Hart nach diversen missglückten Auftritten seiner Vorgänger in der Vergangenheit bereits als Heilsbringer gefeiert, nach einigen Patzern verlor er bei seinem Stammklub Manchester City aber den unangefochtenen Nummer-Eins-Status.

Schweiz

Die Eidgenossen setzten sich souverän in Qualigruppe E durch. Mit sieben Siegen sowie drei Unentschieden ließ man den ersten Verfolger Island gleich sieben Punkte hinter sich. Für die Schweizer ist es die zehnte Teilnahme bei einer Weltmeisterschaftsendrunde. Vier Mal schaffte es die Alpenrepublik ins Achtelfinale, jedoch gelang 1954 letztmals der Einzug ins Viertelfinale. Ein Unterfangen, das auch diesmal erreicht werden soll. Bei der WM in Brasilien spielen die Schweizer in einem Pool mit Frankreich, Ecuador und Honduras. Können die Eidgenossen an ihre Leistungen in der Qualifikation anschließen, könnte die Teilnahme am Achtelfinale erst der Startschuss für einen Überraschungslauf sein. Einer der Stars des Teams ist Coach Ottmar Hitzfeld. Der Deutsche ist einer der erfolgreichsten Trainer der Geschichte des Fußballs, aber auch der Kader der von Hitzfeld geführten Truppe kann sich sehen lassen. Im Tor steht mit Diego Benaglio vom VfL Wolfsburg einer der besten Keeper der Deutschen Bundesliga, hinzukommen arrivierte Spieler wie Gökhan Inler und Philippe Senderos sowie junge Talente wie Xherdan Shaqiri oder Granit Xhaka, die beide die Deutsche Bundesliga aufmischen.